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Pippi machen fällt ihr leicht

 

04.04.2018 / St. Gallen

 

Man könnte sie als erste Feministin der Geschichte ansehen: Pippi Langstrumpf. Die Rebellin verkörpert all das, wovon Kinder heimlich träumen. Der rebellische Freiheitsgedanke hat viele Kinder auf dieser Welt mental stärker gemacht. Im Kindermusical «Storchen» läuft der Dauerbrenner bald auf «Heavy rotation» und ein Ende ist glücklicherweise nicht abzusehen.

 

Kindermusical Storchen Auch dank Hauptdarstellerin Yael Nussbaum, die mit einer herzerfrischenden Art und brillantem Spiel zu Höherem berufen ist. Ihre Pläne gehen auch in diese Richtung. Da kommt sie zur Treppe hinabgesprungen, fröhlich, die zwei orangen Zöpfe und die Sommersprossen werden von einem neckischen Lachen begleitet. Sofort beginnt eine eigentümliche Reaktion. Man sieht sich selbst, als kleiner Junge, der Pippis Abenteuer auch gerne angesehen hat. Eine tolle Begegnung mit einer alten Freundin also. Schon der optische Eindruck ist verblüffend: Genau so stellt man sich die toughe junge Lady vor. Der wache, neugierige Blick und das strahlende Dauerlächeln zeigen eines: Hier geht jemand in seiner Bestimmung auf. Regisseurin Bettina Kägi hat mit der Besetzung der Rolle einen Volltreffer gelandet. Die junge Dame ist auch in anderen Rollen im Theater wie etwa der «Roten Zora» zu sehen. Die Wandlungsfähigkeit verblüfft ebenso wie die klare Lebensplanung der Elfjährigen. «Ich möchte in die Schauspielschule nach Hamburg», meint sie bestimmt. Das möchte man ihr fast anraten. Für Bettina Kägi ist Pippi Langstrumpf eine Herzensangelegenheit, eine Figur, die niemals enden wollende Inspiration bietet. Deshalb geht die «Pippi-Saga» weiter, die Fortsetzung ist schon in Planung. Wie auch das Musical «Cats» das sich ebenfalls mitten in der Vorbereitungshase befindet. Eine junge Dame singt «Memories» von Barbara Streisand auf der Bühne und sie macht das fantastisch. Gesangstechnisch ist das eine echte Hausnummer, doch die schwierig zu singenden Gesangslinien werden brillant getroffen. Man darf sich also bereits auf das nächste Highlight im Kindermusical «Storchen» freuen.

 

Weibliches Rollenmodell

Doch zurück zu Pippi. Tommy und Annika Setterngren leben in der unmittelbaren Nachbarschaft der «Villa Kunterbunt», in der Pippi haust. Zusammen mit dem Affen «Herr Nilsson» und dem Pferd «Kleiner Onkel.» Unvergessen, geradezu eingebrannt hat sich beim Publikum die Szene der Fernsehserie, in der Pippi ihr Pferd einfach so hochhebt. Das lässt besonders Annika staunen. Das ist durchaus Absicht: Denn die kleine Rebellin gilt eigentlich als literarische Vorbild für den Feminismus. Sie bricht mit dem klassischen Rollenbild und der gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrolle. Die oft schüchterne und introvertierte Annika blüht durch die Gesellschaft von Pippi auf.  Langstrumpf war eigentlich auch der erste Punk, der rebellisch und nonkonformistisch mit Autoritäten umgeht. Das alles soll zur Metamorphose vom braven, zurückhaltenden Mädchen zur selbstbewussten jungen Dame führen, die alles erreichen kann. Sogar, ein Pferd hochzuheben.

 

Eine Symbolik, die Kinder weltweit begeistert hat. Der Stoff ist aktueller denn je. Denn Freiheit und Rebellion ist für heutige Kinder ein knappes Gut. Pippi Langstrumpf erinnert sie an die Freiheit, das höchste Gut des Menschen. Diese Freiheit schauspielerisch zu verkörpern, ist eine echte Kunst. Für die künstlerische Leiterin Bettina Kägi war die Auswahl für die Rolle einfach. «Ich wusste sofort, sie ist es», profitierte sie von ihrem geschulten Auge. Yael Nussbaum ist elf Jahre alt und «blitzgescheit», wie sich Kägi ausdrückt.

 

Begeistert für die Rolle

Die Begeisterung der Hauptdarstellerin überträgt sich auf das Publikum. «Pippi ist etwas Besonderes, es macht sehr viel Spass, sie zu spielen», meint das junge Schauspieltalent. «Es ist supercool und ich kann auch sehr viel lernen.» Die wachen Augen strahlen, die junge Dame ist sichtbar begeistert und in ihrem Element. Deshalb ist die Schauspielerei für sie nicht nur Berufswahl, sondern Berufung. Und selten hat man einer Elfjährigen so gute Chancen eingeräumt. Denn im Schauspiel ist es wie im Fussball: 50% kann man lernen, doch die andere Hälfte ist angeborenes Talent. Davon hat Yael Nussbaum reichlich. Und heimlich träumt sie bereits von einer grossen Filmrolle. Das darf sie auch. «Das gewisse Etwas», es ist bei ihr bereits in jungen Jahren ersichtlich.

 

So gilt es, den Rohdiamanten weiter zu schleifen. Bettina Kägi ist ein gute Lehrmeisterin für die junge Dame. Der Vorverkauf von «Pippi Langstrumpf» beginnt bald. Premiere ist am 28. April um 17 Uhr. Pippi wird auch Sie zurück in Ihre Kindheit führen. Und vielleicht Ihren rebellischen Geist wieder etwas wecken. Das Kindermusical «Storchen» ist übrigens auch an der OFFA vertreten. Am Stand 3.0.36 in der Halle 3.0. Schauen Sie vorbei!

 

                                                    

 

Quelle: St. Galler Nachrichten/René Alder; Bild: Renè Alder